Man braucht nicht über Zeit nachdenken
In einem Bett, das einem nicht gehört
Und niemand anderem.
Jedes Mal schlägt man es ganz neu auf
Wie eine weiße Seite aufgeschlagen wird.
So hat der Mensch im Hotel keine Vergangenheit
Keine Sehnsucht
Keine Liebe
Kein Weinen
Kein Alter
Keinen Tod.
So eng es auch sein mag
Man begegnet sich nicht
Niemand gehört irgendwem.
Dann:
Die Einsamkeit am Frühstückstisch
Flüsternd und mit halben Sätzen
Und einander nicht erinnernd
Nicht auf der Straße
Nicht vor der Nacktheit der Wände.
Im Hotel, da schreiben sich nur die Gedichte
So kurz wie eine Einwegseife
So gut wie die winzigen Fläschchen
So ungefähr wie das Gesicht der Dame am Empfang.
Die Uhren des Hotels versprechen,
dass das Dunkelwerden hier und jetzt
die Helligkeit in einer andern Stadt bedeutet
wo man dann doch zur Arbeit geht.
Wo ist aber da der Sinn
Wenn man ins Unbekannte läuft
Dorthin, wo die Schwerkraft fehlt
Wo dich niemand erschießen kann und will …
_ Tatev Chakhian
Übersetzung: Herbert Maurer